Nachschau RCN Rundstrecken-Challenge Nürburgring
1. Lauf 10.04.21
Bärenstarke Leistung von Reinhard/Bruning /
Lüdenscheider Team Theisen startet gut in neue Saison
Für das Lüdenscheider Team Automobile Theisen startete die neue Saison zur Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) wie die alte aufgehört hatte: mit einem Klassensieg! Bei regnerischen Bedingungen waren es vor allem Jannik Reinhard aus Oberhonnefeld und der Odenthaler Holger Bruning, die auf ganzer Linie überzeugten. „Alle drei Autos ohne Beulen im Ziel, dazu der souveräne Sieg von Jannik und Holger: Mit dem Auftakt sind wir zufrieden“, freute sich Teamchef Peter Theisen.
Während der 15 Runden-Distanz, welches 305,69 Kilometern entspricht, zeigten Jannik Reinhard und Holger Bruning, dass man auch mit einem kleinen Auto weit nach vorn fahren kann. Denn mit ihrem nur rund 160 PS starken Opel Astra G OPC gehörte das Duo zu den leistungsschwächsten Teilnehmern im gesamten Starterfeld. Bei Regen werden die Karten bekanntlich anders gemischt und das fahrerische Element spielt eine größere Rolle.
„Aufgrund der Wettervorhersage bin ich mit großem Respekt angereist, denn seit vier Jahren war ich nicht mehr im Regen gefahren“, sagte Holger Bruning. „Von Runde zu Runde wurde mein Grinsen unterm Helm größer, vor allem, wenn ich wieder einmal einen BMW 325i oder Porsche überholen konnte. Mehrere Quersteher erinnerten mich stetig, dass ich nicht eine Sekunde unkonzentriert sein sollte.“
Die Kämpfe mit den „größeren“ BMW und Porsche genoss auch Startfahrer Jannik Reinhard: „Regen gehört eigentlich nicht zu meiner persönlichen Komfortzone. Aber vom ersten Meter an hatte ich tierischen Spaß und ich konnte Autos überholen, die ich im Trockenen nie kriegen würde.“ Neben dem überlegenen Sieg in der Klasse V3, fuhren die beiden auf den zehnten Platz von 42 (!) Startern in der Wertungsgruppe.
Nach der Zieldurchfahrt fühlten sich auch Jörg und Dominic Gregel (Bückeburg/Lüdenscheid) wie Klassensieger. Beim ersten Start mit dem neuen BMW M2 CS Racing hatte das Vater-und-Sohn-Team mehrere Minuten Vorsprung herausgefahren, aber dennoch die Gesamtfahrzeit von 185 Minuten überschritten. Wie bei vielen anderen Teams auch, erfolgte somit keine Wertung.
„Wir sind glücklich, bei einer solchen Jungfernfahrt das Auto heile und ganz ordentlich ins Ziel gebracht zu haben“, sagte Jörg Gregel. „Aufgrund unseres großen Vorsprungs habe ich es im zweiten Teil sehr ruhig angehen lassen. Leider etwas zu ruhig, sonst hätten wir die maximale Fahrzeit nicht überschritten.“

„Die Bedingungen waren sehr anspruchsvoll und interessant, aber es hat total Spaß gemacht“, sagte Dominic Gregel, der vom ersten Meter an die Führung übernommen hatte. „Ich freue mich auf die nächsten Rennen, denn der BMW ist mir ans Herz gewachsen.“
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen Ralf Kraus (Köln) und Volker Strycek (Dehrn) den Eifelkurs. Mit dem Opel Astra TCR hatten die beiden in der Klasse RS3A nur den sechsten Platz von 16 Startern belegt.
„Wir hatten leider mit beschlagenen Scheiben und somit sehr schlechter Sicht aus dem Fahrzeug heraus zu kämpfen“, bedauerte Ralf Kraus, Startfahrer im Opel Astra TCR. Dazu gab es auch noch Strafpunkte in einer Bestätigungsrunde, die leider das Podium kosteten.

„Strafpunkte zu kassieren durch eine zu schnelle Bestätigungsrunde kann, darf aber nicht passieren. Den möglichen Podiumsplatz dadurch zu verlieren, habe ganz alleine ich zu verantworten, dafür möchte und muss ich mich bei dem gesamten Team und Ralf entschuldigen“, sagte ein sichtlich über sich selbst enttäuschter Volker Strycek.
„Heute waren andere besser und schneller, wir gratulieren unseren Mitbewerbern. Der Spaßfaktor unter den beschriebenen Bedingungen hielt sich in Grenzen, dennoch habe ich meinen Stint sehr genossen, die Nordschleife im Regen macht unglaublich viel Spaß. Ein Kompliment an alle Teilnehmer, es wurde heute sehr fair gefahren, das Miteinander auf der Strecke war vorbildlich.“
Am Samstag, dem 24. April geht es mit dem zweiten Saisonlauf in der RCN weiter.

















































Kurz nach Beginn des Zeittrainings herrschte Alarmstimmung in der Theisen-Box: Es wollte sich kein Bremsdruck aufbauen. „Beim letzten RCN-Lauf lief alles bestens, wir stehen vor einem Rätsel“, sagte Technik-Chef Thomas Theisen. Aber der Teufel ist manchmal ein Eichhörnchen. Zügig wurde ein defekter Hauptbremszylinder als Übeltäter eruiert und ausgetauscht. Doch das Qualifying wurde just in dem Moment abgewunken, als der Theisen-Astra wieder einsatzfähig war…
Ohne eine Rundenzeit auf der Habenseite, musste sich Volker Strycek am Ende der ersten Startgruppe aufstellen. Nachdem die Startampel auf Grün schaltete, brannte der ehemalige DTM-Meister ein wahres Feuerwerk ab. Der 61-Jährige überholte in der ersten Runde über 28 Autos, lag nach dem zweiten Umlauf auf dem fünften Klassenrang von 13 Teilnehmern und war nach fünf Runden Zweiter. Aufgrund von Boxenstopps der Wettbewerber, übergab Volker Strycek nach acht Runden sogar als Klassenführender und Gesamtdritter das Steuer an Ralf Kraus.
Der Kölner blies weiter zur Aufholjagd und duellierte sich munter mit diversen Porsche Cayman oder BMW-Modellen. „Unser Opel Astra lief hervorragend, die Bremse war vorzüglich“, sagte Ralf Kraus. „Unsere Mannschaft hatte wirklich ganze Arbeit geleistet.“ Für die letzte Stunde kletterte Volker Strycek erneut in Cockpit. „Das Sonnen-Wetter, die vielen Fans an der Strecke und es wurde sehr fair gefahren: Das war heute ein Motorsporttag, der richtig Spaß gemacht hat. Ende gut, alles gut, jetzt freuen wir uns auf das Saisonfinale am 5. Oktober.“